Ginsburg und Hammergewerkehaus

Die Ginsburg in Hilchenbach-Grund ist eine im 12. Jh. errichtete, nassauische Grenzfeste. Schon früh befand sich hier ein zentraler Kreuzungspunkt verschiedener Fernstraßen, die über die Höhenkämme aus dem Rhein-Main-Gebiet kamen. Außerdem war hier die Drehscheibe zwischen dem Sieger-, Sauer-, und Wittgensteiner Land und dem Dillgebiet. Heute bietet die Burg als markanter Routenpunkt am Rothaarsteig für Wanderer, Natur- und Heimatfreunde eine Raststätte mit weitem Panoramablick.

Beschreibung

Geschichte der Burg
Die Burg wurde von den nassauischen Grafen zwischen 1220-1240 erworben und als strategisch wichtiger Zoll- und Verkehrsknotenpunkt genutzt. Bis 1360 wechselte die Ginsburg durch Erbschaften, Verpfändungen und Teilungen mehrmals den Besitzer. Besondere Bedeutung erlangte sie 1568 als Wilhelm der Schweiger, Prinz zu Oranien, Graf zu Nassau, auf der Ginsberger Heide ein Heer sammelte und mit seinen Truppen über Freudenberg zur Befreiung der Niederlande auszog. Die Ginsberger Heide lag in unmittelbarer Nähe der Landhecke, die zum Schutz gegen das Herzogtum Westfalen (Erzstift Köln) errichtet wurde. Der Transport von Waren erfolgte an den “Schlägen“, die umfangreich befestigt waren, um den festgelegten Warenzoll erheben zu können.

Im 17. Jahrhundert verfiel die Burg zur Ruine, deren Mauerreste in den 1960er Jahren freigelegt und restauriert wurden.In unmittelbarer Nähe des auf den rechteckigen Grundmauern eines älteren Turmes erbauten runden Bergfrieds wurde 1975 ein Fachwerkgebäude errichtet. Unter Verwendung originaler Bausubstanz entstand auf dem Burgareal ein älteres Hammergewerkenhaus. Dieses Gebäude stammt ursprünglich aus dem ehemaligen Ortsteil Buschgotthardshütten am Ferndorfbach (heute Siegen, Stadtteil Weidenau).

Hammergewerkehaus
In unmittelbarer Nähe steht seit 1975 auch ein Fachwerkgebäude. Es ist ein unter Verwendung alter Bausubstanz originalgetreu nachgebautes Hammergewerkehaus, das ursprünglich in der ehemaligen Gewerbesiedlung am Ferndorf-Bach in Boschgotthardshütten (heutiges Stadtgebiet von Siegen-Weidenau) stand. Neben der im Original erhaltenen Haustüre befindet sich ein kleiner Raum, in dem mit Ausstattungsstücken des 19. und frühen 20. Jahrhunderts eine Siegerländer Küche eingerichtet worden ist.

Heutige Nutzung
Die Ginsburg ist heute Ausflugsziel und Aussichtspunkt. Die Räume des in den 1960er Jahren wieder aufgebauten Turms werden als Festsaal, Trauzimmer und für Lehrveranstaltungen genutzt. Eine Ausstellung im Inneren der Burg ruft die Erinnerung an die historische Bedeutung dieser deutsch-niederländischen Gedenkstätte wach.

Sage
Der Schlossberg wird in der Volksüberlieferung 'Geisenberg' genannt, um den sich natürlich auch manche Sage rankt.

Öffnungszeiten
Turmbesteigung ganztägig, Ausstellungsräume Samstags und Sonntags von 13 bis 18 Uhr

Führungen
Verein zur Erhaltung der Ginsburg, Herr Christoph Heilmann, Tel. 0 27 33 / 49 48, E-Mail: ch.heilmann.38@gmail.com

Gastronomie
Kaffeestube mit Kaffee, Kuchen und heißen Waffeln, täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr. Von November bis März auch dienstags geschlossen.

Verkehrsanbindung
Die Ginsburg ist zu Fuß vom Bahnhof Vormwald (an der B 508 bzw. der 'Rothaarbahn RB 93) oder vom Hilchenbacher Stadtteil Lützel (Hochplateau Ginsberger Heide) zu erreichen.

Alljährlich zu Pfingsten findet auf der Ginsberger Heide das internationale Musik- und Theaterfestival Kultur Pur statt. Hierbei wird der Bergfried mit einem Theaterstück der Schlossberg Raubritter bespielt.

Fotos: Stadt Hilchenbach und Dr. Andreas Bingener (Hammergewerkehaus)

Eintritt
Erwachsene1,00 €
Kinder und Jugendliche0,50 €

Führungen für Gruppen auf Voranmeldung möglich. Um Spende wird gebeten. Kostenlose Führungen mehrmals im Jahr im Rahmen der Erlebnisführungen der Stadt Hilchenbach.

Karte & Anreise

Ginsburg und Hammergewerkehaus

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