3. Viel Leben auf der "Bitze"

Östlich des Weges öffnet sich der Blick zur sogenannten Bitze, einer ehemaligen Gemeindeviehweide. Sie wird inzwischen  nach Vorgaben des Vertragsnaturschutzes bewirtschaftet. 
Im Gegensatz zu gemähten Flächen, den Wiesen werden bei einer Weidenutzung nicht alle Pflanzen gleichmäßig abgekappt, sondern – je nach Schmackhaftigkeit – abgefressen. Manche Pflanzen bleiben stehen, weil sie zu hart oder haarig sind, sich mit Dornen oder Stacheln gegen das Gefressenwerden wehren, einfach nicht schmecken oder gar giftig sind. In solchen Fällen spricht man von Weideunkräutern – dazu zählen beispielsweise Weißdorn und Wildrosen, Wacholder, Borstgras, Seggen, Herbstzeitlose und viele andere. Das sind Arten, die heute zum Teil auf der Roten Liste stehen. 
Durch Beweiden  entstehen viele Kleinstandorte, die speziellen Pflanzen- und Tierarten ihre Nische bieten. Manche solche Kleinstandorte entstehen sogar, indem die Grasnarbe durch Viehtritt zerstört wird! Magere, nur gering genutzte Weiden wie unsere Bitze hier weisen deshalb eine große biologische Vielfalt auf. Besonderheiten sind Orchideen und sogar die Mondraute, eine kleine, sehr seltene Farnpflanze. Die über die Viehweide verstreuten Sträucher bieten vielen Vögeln optimale Brutmöglichkeiten, darunter der Dorngrasmücke und dem Neuntöter. [Gesang Neuntöter]  Sein martialischer Name rührt von seiner Angewohnheit, seine Vorräte in Form von Großinsekten und jungen Mäusen auf Dornen aufzuspießen oder in Astgabeln zu klemmen. 
In Mitteleuropa sind fast alle Grünlandstandorte potentielle Waldstandorte. Wenn die Intensität der Gründlandnutzung nachlässt, kommt es zur Verbuschung. Die natürliche Entwicklung würde früher oder später wieder zu einem Wald führen. Zum Zweck der Offenhaltung des Grünlandes müssen die Sträucher daher in gewissen Abständen abgeschlagen werden. Dies geschieht in der Regel im Winterhalbjahr, um die brütenden Vögel nicht zu stören oder gar die Nester und ihre Brut zu zerstören.
Die Magerweide Bitze gilt als gesetzlich geschütztes Biotop. Ein Biotop ist ein Lebensraum mit einer für diesen typischen Lebensgemeinschaft. 

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