9. Die Buche

Im Buchenwald unterhalb des Weges fällt das frische Grün der vielen jungen Buchen auf. Ungefähr alle vier Jahre ist ein Buchenmastjahr. Dann produziert die Buche besonders viele Bucheckern. Fallen die Bucheckern auf den Boden und finden dort geeignete Verhältnisse, keimen sie und entwickeln sich zu jungen Buchen. 
Die Buche ist eine echte Kämpferin. Bei den klimatischen Bedingungen Mitteleuropas stellt sie die konkurrenzstärkste Baumart dar. So lange die Standorte nicht zu nass oder zu trocken sind, fühlt sich die Buche auf den verschiedensten Untergründen wohl und setzt sich durch. 
Dabei ist die Buche im Gegensatz zu vielen anderen Baumarten wie der Eiche klar im Vorteil: Ihr Nachwuchs benötigt nur wenig Licht und kann gut im Schatten wachsen. Das muss er auch, denn das dichte Kronendach der Buchen lässt nur wenig Licht auf den Waldboden dringen. In einem reinen Buchenwald haben andere Bäume und Sträucher deshalb nur wenige Chancen. Trotz dieser „Alleinherrschaft“ eines Baumes geben Buchenwälder aber unzähligen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. Dies alles ließ die Buche zur prägenden Baumart Mitteleuropas werden.
Dabei liegt der weltweite Verbreitungsschwerpunkt der Buchenwälder in Deutschland. Die Einzigartigkeit der deutschen Buchenwälder hat jetzt auch das UNESCO Welterbekomitee gewürdigt. Fünf alte Buchenwaldgebiete wurden in die Liste des Weltnaturerbes aufgenommen. 
Sie finden sie  in den Nationalparken Kellerwald-Edersee, Hainich, Jasmund, Müritz und im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. So stehen unsere Buchenwälder nun auf einer Stufe mit weltweit so bedeutenden Stätten wie dem Yellowstone Nationalpark.

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