6. Wie das Sauerland entstand

Begeben wir uns auf eine kleine Zeitreise und beamen wir uns, sagen wir mal so … 400 Millionen Jahre zurück in die Vergangenheit. Das Erdzeitalter, in dem wir uns nun befinden, heißt Devon. Sie können mir glauben, dass Sie zu dieser Zeit ihre Wanderschuhe liebend gerne gegen eine ordentliche Taucherausrüstung getauscht hätten. Denn Sie würden in einem riesigen Meer schwimmen, das damals ganz Mitteleuropa bedeckte. 
Über die Jahrmillionen bildete sich auf dem Meeresgrund eine bis zu 5.000 m dicke Schicht. Sie bestand aus Ton- und Sandsedimenten, die von den Flüssen eines weit im Norden gelegenen Festlandes ins Meer gespült wurden. Druck und hohe Temperaturen wirkten darauf ein. So entwickelte sich aus den gewaltigen Sedimentmassen das Gestein, auf dem Sie heute stehen. Es ist kaum vorstellbar – aber Sie stehen hier auf dem versteinerten Meeresgrund eines Urmeeres!
Rund 100 Millionen Jahre später kam Bewegung in die Erdkruste. Die verschiedenen Kontinentalplatten verschoben sich. Dadurch entstanden enorme Kräfte, die den Meeresgrund zerbrachen, falteten und emporhoben. Durch diesen extremen Druck entstanden auch Tonschiefergesteine. Von ihnen erhielt das Rheinische Schiefergebirge, zu dem auch das Hochsauerland gehört, seinen Namen. 
Als das Gebirge sich auffaltete, waren die Berge des Hochsauerlandes vergleichbar mit den Alpen! Doch seitdem nagt der Zahn der Zeit, genauer gesagt Wind und Wetter, an der Landschaft. Verwitterung und Bodenabtrag ebneten das hoch aufragende Gebirge ein; es entstand ein flaches Rumpfgebirge . 
Den letzten Schliff gab ihm der meisterhafte Landschaftsgestalter „Wasser“. Durch seine unglaubliche Kraft schnitten sich tiefe Täler in die Landschaft ein. So entstand das für das Sauerland so typische Relief von Bergen und Tälern.  
Und wie entwickelt sich die Landschaft heute? Durch die Bewegung der Kontinentalplatten hebt sich das Sauerland immer noch jedes Jahr um etwa 0,3 bis 0,5 mm an. Aber keine Angst, wir wachsen nicht in den Himmel. Die ständige Abtragung und Erosion gleicht diese Anhebung wieder aus. 
Noch ein letztes Wort zum Tonschiefer, der unter dem Druck der Kontinentalplatten entstand: ,Am Steinbruch hier vor uns kann man sehr gut seine einzelnen Schichten erkennen. Der Steinbruch wurde wahrscheinlich angelegt, um mit dem gewonnenen Material den Weg zu befestigen. Achten Sie doch einmal beim Weiterwandern darauf. An einigen Stellen kann man historische Pflasterung noch erkennen!

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