4. Hainsimsen-Buchenwald

Stellen Sie sich noch einmal den Waldmeister-Buchenwald vor, durch den Sie ganz am Anfang der Wanderung gegangen sind. Sehen Sie den Unterschied? Fällt Ihnen auf, dass hier etwas fehlt? 
Genau, es gibt zwar Buchen, aber es fehlen der Waldmeister und viele andere blühende Pflanzen. Dafür wachsen hier mehr Gräser, Farne, Moose und Heidelbeersträucher. Dies liegt daran, dass der Untergrund hier aus Tonschiefer und Sandsteinen besteht – wie fast überall im Hochsauerland! Aus diesem Tonschiefer haben sich saure, nährstoffarme Böden entwickelt. Mit solch kargen Verhältnissen kommen nur  echte Hungerkünstler zurecht, wie zum Beispiel die Hainsimse. Sie hat dieser Buchenwald-Gesellschaft auch ihren Namen gegeben: Hainsimsen-Buchenwald.
Wenn man den Waldboden genauer untersuchen würde, dann würde man etwas vermissen, was im Waldmeister-Buchenwald zuhauf vorhanden ist, und zwar Regenwürmer. Denn in dieser sauren Umgebung mag kaum noch ein Regenwurm leben. Jeder, der zu Hause einen Komposthaufen hat, weiß, dass Regenwürmer eine riesengroße Hilfe sind, um Blätter und anderes organisches Material zu zersetzen. Durch den Zersetzungsprozess werden schnell wieder Nährstoffe freigesetzt. Fehlen die Regenwürmer, verlangsamt sich die Zersetzung und es gibt viel weniger Nährstoffe für die Pflanzen. 
Übrigens: Hainsimsen-Buchenwälder wie hier würden in Mitteleuropa natürlicherweise die vorherrschende Waldgesellschaft sein. Im Hochsauerland sind sie immer noch die am weitesten verbreitete Waldgesellschaft – zum Glück! Denn leider wurden die nährstoffarmen Böden hier in der Vergangenheit häufig mit der anspruchslosen Fichte aufgeforstet.

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