3. Das schwarze Gold

„Hier ist ja gar nichts“, denken Sie vielleicht. Aber wenn Sie genauer hinschauen, so können Sie eine halbrunde, ganz ebene Fläche erkennen. Die Brennnesseln, die darauf wachsen, führen uns auf eine Spur: Sie sind ein sicheres Indiz dafür, dass hier viele Nährstoffe im Boden sind. Aber warum? 
Um das heraus zu finden, gehen Sie mal ein paar Schritte auf die Fläche und kratzen mit dem Schuh den oberen Boden weg. Schon bald stoßen Sie auf eine Schicht kohlrabenschwarzer Erde. Wenn Sie diese genauer untersuchen, finden Sie kleine, schwarz glänzende Stückchen im Boden. Haben Sie schon eine Idee, was das sein könnte?
Genau, die kleinen schwarzen Stückchen, die jetzt gerade Ihre Hand schwarz färben, sind Holzkohle. Sie sind die Überbleibsel von einem Kohlenmeiler, der hier vor vielleicht 200 Jahren einmal gestanden hat.
Das Verkohlen von Holz, auch Köhlerei genannt, war im Sauerland über Jahrhunderte ein sehr wichtiger Wirtschaftszweig. Er hing eng mit dem hiesigen Bergbau zusammen. Neben Eisenerzen wurden auch Blei, Silber, Kupfer und sogar Gold abgebaut. In Hütten und Hammerwerken verarbeitete man sie weiter. Dazu benötigte man große Menge Holzkohle. 
Um diese herzustellen, verbrannten die Köhler hier in der Gegend in einem speziellen Prozess Buchenholz. Man kann sich gut vorstellen, dass riesige Mengen Holz benötigt wurden. Diesen enormen Holzbedarf konnten selbst die ausgedehnten Wälder des Sauerlandes nicht decken - bereits Ende des 18. Jh. herrschte eine regelrechte Holznot.

Bis ins 19. Jahrhundert war das Sauerland eine überregional bedeutsame Bergbauregion. Dann begann die Hochzeit des Ruhrgebietes mit seinen leistungsfähigeren Hochöfen. Man betrieb sie mit Koks, ebenfalls einem Kohleprodukt, jedoch mit besonders hohem Kohlenstoffgehalt. Dieser Konkurrenz waren die sauerländischen Eisenhütten nicht gewachsen und mussten weichen. Das bedeutete dann auch das Ende der Köhlerei. 
Jemand, der die Tradition der Köhlerei noch heute am Leben hält ist Horst Köhler, der dieses alte Handwerk von seinem Vater gelernt hat. Er erklärt, wie so ein Kohlenmeiler funktioniert: 

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