13. Die Zukunft des Waldes

Von dieser Stelle bietet sich ein wunderschöner Blick über die Wälder des Rothaarkammes. Dort, wo der Orkan Kyrill gewütet hat, sind auch heute noch Lücken im Wald zu erkennen. 
Für uns Menschen sind Katastrophen wie ein Orkan natürlich schlimm. Aber in der Natur sind Katastrophen ein Bestandteil des Ökosystems, der natürlichen Abfolge von Wachsen, Werden und Vergehen. Für die Natur bieten sie immer auch eine Chance sich zu erneuern.
Wenn wir ihm Zeit geben, dann erholt sich der Wald aus eigener Kraft. Bald wachsen wieder neue Pflanzen. Es entwickelt sich eine Sukzession, eine natürliche Abfolge verschiedener Pflanzen und Tiergesellschaften. Zunächst kommen Kräuter und Büsche wie Brombeeren. Dann lichtliebende Sträucher und Bäume wie Vogelbeeren, Holunder, Birken und Weiden. Irgendwann wachsen unter deren Schatten die ersten Buchen . So entsteht am Ende wieder ein Buchenwald.
Aber solch eine Sukzession braucht Zeit, viel Zeit, mehr als eine Menschengeneration. So viel Zeit kann der Natur leider nicht überall gegeben werden, denn der Wald ist auch ein wichtiges Wirtschaftsgut. Wir alle brauchen Holz und viele Waldbauern leben vom Ertrag des Waldes. Deswegen wird der Wald nur an einigen wenigen Stellen sich selbst überlassen. Die allermeisten zerstörten Waldbereiche werden wieder aufgeforstet. Nur, womit? Machen wir weiter wie bisher? Welcher Baum ist der richtige? Vor allem im Hinblick auf den Klimawandel? Denn wahrscheinlich werden wir es in Zukunft immer häufiger mit Stürmen  zu tun haben, aber auch mit dem Anstieg der Temperaturen. 
Am besten wäre es wohl, wenn der Wald sich ohne uns Menschen entwickeln könnte. So entstünden ganz von allein Lebensräume für Arten, die an die neuen Lebensumstände besser angepasst sind. Doch weil das nicht geht, muss ein Kompromiss her. Und der Kompromiss heißt: Weg von den Fichten-Monokulturen hin zu Mischwald. Ein strukturreicher Mischwald besteht aus vielen verschiedenen Baumarten und Bäumen jeden Alters. Hoffentlich wird er den Stürmen besser trotzen können. 
Ob dies ein guter Kompromiss ist? Das wird Zukunft zeigen.

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