12. Kyrill

Sie stehen hier vor den Überresten von Kyrill, einem gewaltigen Orkan, der im Januar 2007 über weiten Teilen Deutschlands wütete.
Und nun die Wettervorhersage: Der Deutsche Wetterdienst gibt eine Unwetterwarnung heraus. Für ganz Deutschland, aber vor allem im Bereich der Mittelgebirge, sind orkanartige Sturmböen zu erwarten. Wenn möglich, bleiben Sie ab den Mittagsstunden im Haus und halten Sie sich fern von Bäumen und Wäldern. 
Kyrill verursachte die in Südwestfalen seit Menschengedenken größte Naturkatastrophe. Der Orkan fegte mit Geschwindigkeiten von über 200 Stundenkilometern über das Hochsauerland hinweg. Am Morgen nach dem Sturm wurde bei Tageslicht sichtbar, mit welcher Urkraft der Orkan gewütet hatten: Ganze Bergkuppen waren abrasiert. Millionen von Bäumen lagen entwurzelt am Boden oder waren wie Streichhölzer umgeknickt. 
Die meisten Menschen im Sauerland werden diese Sturmnacht wohl nie vergessen. Das kleine Dörfchen Schanze war sogar zwei Tage lang völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Eine Bewohnerin von Schanze, Frau Christiane Ernst schildert, wie sie den Orkan hier erlebt hat:
Nach Kyrill hat sich die Landschaft vielerorts drastisch verändert. Riesige Waldflächen wurden zerstört. Dabei hat es vor allem die Fichtenwälder erwischt. Die flach wurzelnden Fichten konnten dem Sturm einfach nicht trotzen – sie kippten um wie Dominosteine. 
Heute sind die umgekippten Bäume fast überall aus dem Wald entfernt. Doch hier in Schanze, auf einer Fläche, die dem Land Nordrhein-Westfalen gehört, sind die Bäume so liegen geblieben, wie Kyrill sie in der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 umgeblasen hat. Die Natur wird sich hier selbst überlassen. Mitten durch diese Wildnis führt der Kyrill-Pfad, auf dem Sie die Wucht und Kraft des Sturmes noch einmal hautnah erleben können.  

-