5. Bergmähwiesen - Die Vielfalt des Lebens

Hören Sie es?
Im Sommer herrscht hier eine vibrierende Artenvielfalt. Nicht nur für Pflanzen ist eine Bergwiese ein kleines Paradies, sondern auch für Tiere – insbesondere für Insekten wie Heuschrecken und Schmetterlinge.  
Von Juni bis Juli fliegt hier der Lilagold-Feuerfalter. Und zwischen Juli und August können Sie sogar – mit etwas Glück–den Dukaten-Feuerfalter beobachten. Mit seiner gold-orangenen Färbung ist er ein wahres Goldstück der Bergwiesen. Die Raupen beider Schmetterlinge ernähren sich von den Blättern des großen Sauerampfers. 
Der Dukaten-Feuerfalter ist in Deutschland mittlerweile stark gefährdet. Hier auf den Bergwiesen im Raum Winterberg hat er eines seiner wichtigsten Rückzugsgebiete. Fachleute vermuten, dass sein deutschlandweit drastischer Rückgang mit der Klimaerwärmung zu tun haben könnte. Ehemals war die Art auch in tieferen Regionen verbreitet; inzwischen konzentriert sie sich zunehmend auf die Hochlagen der Mittelgebirge. 
Das Wort „Klimaerwärmung“ ist ja heutzutage in aller Munde. Vielleicht haben sie in diesem Zusammenhang schon einmal den Begriff „Biodiversität“ gehört? Man könnte das etwas sperrige Wort übersetzen mit „Die Vielfalt des Lebens“. Und zwar die Vielfalt an Arten und Lebensräumen unterschiedlichster Ausprägung.
Um diese Vielfalt zu erhalten, werden die Winterberger Bergwiesen besonders gepflegt. Hier gilt das Motto: weniger ist mehr. Die Wiesen werden nicht gedüngt und erst ab Anfang Juli zweimal jährlich gemäht. Die Mahd erfolgt mit Balkenmähern und nicht mit den heute üblichen Hochleistungsrotationsmähern. Balkenmäher sind schonender, weil sie keinen für Kleinlebewesen tödlichen "Staubsaugereffekt" entwickeln. Außerdem werden Pflanzen und Gras knapp über der Narbe abgeschnitten, das Schnittgut fällt nur um. So haben die Stengelbewohner Zeit, bis zum Einsammeln der Ernte einen neuen Lebensraum zu suchen.
Heute ist ein warmer Sommertag? Dann setzen Sie sich doch einen Augenblick auf die Wiese und  genießen die Vielfalt. Entdecken lassen sich hier– unter anderen – das Kanten-Johanniskraut,  die Gras-Sternmiere, die Wiesenmargerithe und den Wald-Storchenschnabel. 

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