3. Blühende Bergwiesen - ein Schatz unserer Vorfahren

Kennen Sie die Feldlerche? Sie ist eine typische Vogelart der offenen Feldflur. Unermüdlich singend schwingt sie sich im Frühjahr in die Höhe. Die Feldlerche ist ein echtes Phänomen. Ihre Gesangsarien können bis zu 6 Minuten dauern – ohne Unterbrechung. Hier ist sie häufig zu hören.
Schauen wir vom Himmel wieder zurück auf die Erde, genauer gesagt auf die Wiese. Auch wenn Sie es hier auf den ersten Blick kaum glauben werden, gehören die Winterberger Bergwiesen zu den artenreichsten Pflanzengesellschaften in Nordrhein Westfalen. 
Bunt blühende Wiesen waren früher eine Selbstverständlichkeit – ganz nebenbei entstanden sie überall dort, wo Heu gemacht wurde. Damals wurde im Vergleich zu heute später im Jahr gemäht. So hatten Gräser und Kräuter Zeit zum Blühen und Ausreifen der Samen, und die Wiesen konnten sich selbst erhalten. Die Mahd mit der Sense war zudem schonender als mit modernen Maschinen.  
Welche Arten genau auf einer Wiese gedeihen, hängt neben der Nutzung auch von den Standortbedingungen ab. Auf mageren Böden fühlen sich andere Pflanzen wohl als auf besser nährstoffversorgten oder gar feuchten Böden. Da geht es den Pflanzen mit ihren Ansprüchen nicht anders als uns Menschen – jeder hat einen Platz, an dem er sich besonders wohl fühlt.
Früher waren die Rinder mit ihrem schier unerschöpflichen Heuhunger einmal die Lebensversicherung zahlreicher heute seltener Pflanzen: Für die Rinder wurden die Wiesen gepflegt. Heute werden Rinder kaum noch mit Heu gefüttert. Auf ihren Speiseplan steht immer häufiger eintöniges Silagegras. Anders als das Heu lässt man es nach dem Mähen in einem Silo gären. Silagegras kommt von sterilen Silowiesen. Hoher Ertrag ist das Ziel. Dazu werden die Wiesen stark gedüngt und bis zu viermal im Jahr gemäht. In der Folge reduziert sich die Pflanzenwelt auf wenige Grasarten und Löwenzahn. Besonders betroffen von diesem Artenschwund sind die Bergwiesen. Denn sie sind nicht nur von der Heuwirtschaft abhängig, sondern auch an das spezielle Bergklima gebunden. 
Was glauben Sie, sind die Bergwiesen überhaupt noch zu retten? Auf den Winterberger Bergwiesen zeigen uns zum Glück auch heute noch viele Kräuter ihr farbenfrohes Gesicht: Da sind der Wiesen-Pippau, der Wiesenknopf, die Acker-Witwenblume oder auch die Wiesen-Glockenblume. Nicht zu vergessen sind auch die zahlreichen Gräser wie beispielsweise der Goldhafer, der bei günstigem Licht einen goldenen Schimmer über die Wiesen zaubert.

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