2. Wandern auf historischen Wegen

Bei genauerem Hinsehen kann man hier im Fichtenwald parallel zum Weg tiefe Rinnen entdecken – Spuren einer alten Wegeverbindung. Als der Agrarwissenschaftler Johann Nepomuk von Schwerz im Jahr 1836 die Provinz  Westfalen bereiste, befiel ihn beim Anblick der Wege deutliches Entsetzen:
„Natur und Nachlässigkeit vereinigen sich in Westfalen, um die Wege zu den schlechtmöglichsten zu machen, die der Mensch sich denken kann.“ 
Die Wege selber beschrieb er als ...
„… so enge, dass nur ein Wagen mit Getreide so eben durch kann, von beiden Seiten mit Sträuchern eingeschlossen, damit weder Sonne noch Wind auf den Boden kann, …“
Soweit Herr von Schwerz. Doch wie entstanden diese Wege, die bestimmt nicht nur in Westfalen in einem derart schlechten Zustand waren?
Die meisten Fuhrwege im Sauerland führten früher über die Berge und nicht durch die viel zu feuchten und sumpfigen Täler. Da die Wege nicht befestigt waren, lockerten die Wagenräder den Boden auf, und bei Regen wurde er fortgespült. Durch die jahrelange Nutzung wurden die Wege immer weiter ausgehöhlt – man nennt sie daher auch Hohlwege. Wurde eine Fahrspur zu tief und damit unbefahrbar, suchte man sich parallel zur alten Spur eine neue. Das war damals ganz einfach möglich, da zu dieser Zeit weite Teile des Sauerlandes nicht bewaldet waren – Heide und Ackerflächen bestimmten das Bild. Aber dazu später mehr.
Ungefähr im Bereich dieses Feldweges hier verlief im Mittelalter die Alte Königstraße. Sie durchquerte das Sauerland in Nord-Süd-Richtung. Von Frankfurt am Main führte sie über Winterberg nach Soest. Knapp 2 km südlich von hier traf die Alte Königsstraße auf die Heidenstraße: eine weitere bedeutsame mittelalterliche Verkehrsverbindung, die von Köln bis nach Leipzig führte. 
Erst Anfang des 19. Jahrhunderts verloren diese traditionellen Verkehrswege zunehmend an Bedeutung. Nun baute man befestigte Chausseen nach französischem Vorbild. Im Sauerländer Wald kann man jedoch noch heute an vielen Stellen alte Hohlwegspuren finden. Achten Sie bei ihren Wanderungen einmal darauf, es lohnt sich bestimmt! 

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