10. Ein Blütenmeer entlang der Ruhr

Beim Wandern durch das Wiesental der Ruhr ist Ihnen bestimmt die farbenfrohe Vielfalt an Pflanzen und Insekten aufgefallen. Auf dem nassen Untergrund wachsen Pflanzen, die an diese feuchten Verhältnisse optimal angepasst sind. Und die sehen auch noch richtig schön aus! 
Den Blühauftakt im Frühling machen die für feuchte Wiesentäler so charakteristischen gelben Blütenköpfe der Trollblume. Leider kommt sie hier leider nur noch vereinzelt vor. Rosa erblüht die zartgliedrige Kuckucks-Lichtnelke. 
Im Sommer verwandeln sich die Wiesen links des Weges in ein rosa Blütenmeer. Dies sind die Blüten des Wiesenknöterichs. Erinnern Sie sich noch an die anfangs erwähnte Teufelskralle? Bei genauem Hinschauen kann man sie ebenfalls im Sommer entdecken. Ihre bizarren dunkel-lilafarbenen Ähren haben ihr wohl den Furcht erregenden Namen eingebracht). Aber eigentlich steht sie ganz friedlich da. Auch die Teufelskralle ist eine typische Art der frischen Bergwiesen.
Entlang der Ruhr haben sich Hochstaudenfluren entwickelt. Sie sind ein wichtiger Lebensraum für Insekten und Kleinvögel. Sie bieten ihnen Deckung, Nahrung und Ansitz. Charakteristisch sind hoch aufragende Gräser – sogenannte Röhrichte – wie das Rohrglanzgras, außerdem Blütenpflanzen wie das Mädesüß. Es blüht von Juni bis August. Schnuppern Sie einmal an den duftigen Blüten, die wie ein weißer Schleier über der Wiese schweben. [Musik]
Wissen Sie, woher der Name Mädesüß kommt? Er deutet auf die frühere Verwendung zum Süßen des Mets, des Honigweines, hin. Als Heilpflanze hat das Mädesüß eine schmerzstillende Wirkung. In der modernen Medizin war es die natürliche Grundlage zur Entwicklung eines der bekanntesten Medikamente der Welt[Spannungspause] – des Aspirin. Der Name Aspirin leitet sich von der alten lateinischen Bezeichnung für das Mädesüß ab: Spirea ulmaria. 
Mit dem vielfältigen Lebensraum Wiesental endet nun dieser Audiopfad. Entlang des Weges haben Sie die Geschichte dieser Landschaft mit ihren historischen Spuren, verborgenen aber auch berühmten Quellen und vielfältigen Wiesentypen kennen gelernt. Gerade die heute so gefährdeten artenreichen Bergwiesen sind das Erbe unserer Vorfahren. Und so bedeutet Naturschutz hier gleichzeitig immer auch den Schutz unseres Kulturerbes.

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