8. Geheimnisvolle Spuren im Wald

Nehmen sich doch bitte einmal kurz den Kopfhörer ab, halten den Hörtext an und lauschen Sie. 
Haben Sie etwas gehört? Außer dem Gesang eines Vogels oder vielleicht dem Rauschen des Windes ist es hier oben ganz still. Doch das war nicht immer so!
In der heute so einsamen und friedlichen Niedersfelder Hochheide war früher einmal richtig was los! Am Nordrand der Heide, wo heute nur noch Wald zu sehen ist, befand sich im Mittelalter ein kleiner Weiler, „Niggenhagen“ genannt. Weiler bestehen aus wenigen Gebäuden und sind kleiner als ein Dorf. 
Keramikfunde lassen darauf schließen, dass der Weiler Niggenhagen zu Beginn des 12. Jahrhunderts entstand. Die Menschen von damals haben uns ihre Spuren in der Landschaft hinterlassen. Noch heute kann man im Wald die Plätze der Wohnhäuser, Mauerreste und Relikte ehemaliger Ackerflächen finden.
Im Wald entdeckte man auch die Reste einer ehemaligen Ofenanlage. In ihr wurde Roheisensteingeschmolzen, um Metall zu gewinnen. Die Gewinnung und Weiterverarbeitung von Erzen war lange Zeit ein sehr wichtiger Wirtschaftszweig im Hochsauerland. Für das Schmelzen der Erze benötigte man riesige Mengen Holzkohle, die meist aus Buchenholz hergestellt wurde. Der enorme Holzbedarf des Eisengewerbes war ein Grund, warum um 1800 nur noch ein Drittel des Sauerlandes bewaldet war.
Auf einer alten Karte von 1585 ist der bereits verlassene Weiler Niggenhagen noch  dargestellt. Wann und warum die Menschen Niggenhagen verlassen haben, kann man heute nicht mehr genau sagen. War der Auslöser die Übernutzung des Waldes? Das Ende der Erzlagerstätten? 
Die Klimaverschlechterung im 14. Jahrhundert oder vielleicht Streitigkeiten hier an der Grenze zu Hessen, früher zur Grafschaft Waldeck? Man weiß lediglich, dass im 14. und 15. Jahrhundert sehr viele Weiler und Höfe im Hochsauerland aufgegeben wurden. Zuvor gab es noch ungefähr doppelt so viele Dörfer und dreimal mehr Hofstellen als heute. 

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