7. Der Wald erobert die Heide zurück

Hier, am Rand der Niedersfelder Hochheide, kann man sehen, wie der Wald Stück für Stück seinen Lebensraum zurückerobert. Ohne die Pflegemaßnahmen würde aus der Heide allmählich wieder ein geschlossener Wald entstehen. 
Wir haben bereits gehört, dass ab Mitte des 19. Jahrhunderts große Bereiche der Niedersfelder Hochheide aufgeforstet wurden. Doch ein wichtiger Punkt wurde bisher nicht erwähnt. Die Aufforstungen erfolgten nicht mit der von Natur aus heimischen Buche, sondern mit Fichten, wie sie hier entlang des Weges wachsen. 
Dieses Schicksal erfuhr nicht nur die Niedersfelder Hochheide, sondern fast alle Heiden im Sauerland. Und nicht nur die Heideflächen, auch überalterte Buchenwälder wurden zum Großteil mit Fichten aufgeforstet. So hielt die Fichte Einzug in das Sauerland, und die Landschaft bekam ein ganz anderes Gesicht. Heute besteht 70 % des Sauerländer Waldes aus Fichten.
Die Fichte ist ein sehr anspruchsloser Baum, der auf den verarmten Böden der Heide gut wächst und ziemlich schnell Erträge bringt. Das war Anfang des 19. Jahrhunderts wichtig, denn die Menschen litten damals unter einer großen Holznot. Die Fichte schien der ideale Baum für die Region zu sein.
Doch heute weiß man es besser. Im Januar 2007 fegte der Orkan Kyrill, über das Hochsauerland und entwurzelte zahlreiche Fichten - die flach wurzelnden Bäume können solchen Stürmen einfach nicht standhalten!. In Zukunft werden wir es aufgrund des Klimawandels wohl häufiger mit Stürmen und auch mit dem Anstieg der Temperaturen zu tun haben. Die Fichte ist gegenüber solchen Klimaveränderungen besonders anfällig!
Deswegen geht man heute einen anderen Weg im Forstbereich. Der Wald der Zukunft wird ein Mischwald aus Laub- und Nadelbäumen sein. 
Natürlich gibt es immer Ausnahmen: Einzelne Fichten und Kiefern haben auf der Niedersfelder Hochheide Wind und Wetter getrotzt. Achten Sie einmal beim Weiterwandern auf die malerischen, windgepeitschten Baumveteranen. 

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