4. Schnucken, Ziegen und Chopper im Einsatz für die Heide

Ihre größte Ausdehnung erreichte die Heidewirtschaft um 1800: Man weidete hier das Vieh und stach Plaggen, mit denen man die Äcker düngte. Doch schon 50 Jahre später war nur noch ein Bruchteil der Heidefläche übrig. Was war passiert?
Zum einen ging die traditionelle Landwirtschaft immer weiter zurück, die Industrialisierung war auf dem Vormarsch. Zum anderen hatte die jahrhundertelange Übernutzung des Waldes zu einer regelrechten Holznot geführt. Daher wurden viele Heidegebiete aufgeforstet. So auch die Niedersfelder Hochheide.
Die Aufforstungen betrafen zunächst nur die Randbereiche.  So wies die Niedersfelder Hochheide auch noch vor 100 Jahren eine Ausdehnung von rund 175 ha auf. Heute ist diese Fläche nicht einmal mehr halb so groß. Um die letzten noch verbliebenen Gebiete zu retten, heißt es: Ärmel hoch krempeln. Denn die Heidelandschaft ist durch den Menschen entstanden, und nur er kann sie auch erhalten. Überlässt der Mensch diese Kulturlandschaft sich selbst, dann verbuscht die Heide, und der Wald erobert die offene Landschaft zurück. Verschwindet die Heide, geht ein wertvolles Erbe unserer Vorfahren für immer verloren. Und nicht nur das: Der Verlust der Heide bedeutet das Ende für den Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen, die sich auf diese Landschaft spezialisiert haben.
Ohne die traditionelle bäuerliche Nutzung, ist es gar nicht so einfach, die Heide weiter zu pflegen. .Zum Glück gibt es tierische Hilfe: Heidschnucken und Ziegen betätigen sich heute als fleißige Landschaftspfleger. Durch den Verbiss der Tiere wird der junge Austrieb der Heide gefördert und die Zwergsträucher bleiben schön kurz. Doch Schnucken und Ziegen allein schaffen es auf Dauer nicht, die Heide zu erhalten. Deshalb bekommen die tierischen Rasenmäher seit einiger Zeit maschinelle Hilfe.
Am besten sind dafür die so genannten Chopper geeignet. Mit voller Maschinenkraft ersetzen sie das mühevolle „Abplaggen“ der Heide. Beim Abplaggen haben unsere Vorfahren einst mit dem Spaten die oberste Humusschicht entfernt, um Dünger zu gewinnen. Heute tragen Chopper die nährstoffreiche Bodenschicht in genau der richtigen Stärke ab. Denn Heidepflanzen können sich nur auf Standorten mit Nährstoffmangel gegenüber anderen Pflanzenarten behaupten.
Und wenn das alles nichts hilft? Dann muss der Mensch selbst Hand anlegen und „entkusseln". Dabei wird unerwünschten jungen Bäumen wie Birken oder Fichten mit Säge und Spaten zu Leibe gerückt. Welche Maßnahmen in den vergangenen 50 Jahren sonst noch unternommen wurden, um diesen wertvollen Lebensraum zu erhalten, erfahren Sie auf der Infotafel.

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