10. Die Heide - so schön wie ein Gedicht

Heute ist nur noch ein Bruchteil der einstigen Heideflächen mit ihrer traditionellen Bewirtschaftung erhalten geblieben. Dass es im Hochsauerland überhaupt noch Heide gibt, verdanken wir dem Engagement von Naturschützern und Heimatpflegern. Die verbliebenen Heidegebiete stehen heute unter Naturschutz. Damit sind sie nicht nur ein beliebtes Rückzugsgebiet für Wanderer, sondern auch eine letzte Zufluchtsstätte für bedrohte Tierarten. Dieses wertvolle Natur- und Kulturerbe gilt es auch für zukünftige Generationen zu bewahren. 
Setzen Sie sich doch zum Ausklang der Wanderung und genießen Sie ein Gedicht von Theodor Storm, das so gut die Stimmung dieser ganz besonderen Landschaft widerspiegelt.
Abseits
Es ist so still; die Heide liegt
Im warmen Mittagssonnenstrahle,
Ein rosenroter Schimmer fliegt
Um ihre alten Gräbermale;
Die Kräuter blühn; der Heideduft
Steigt in die blaue Sommerluft.
Laufkäfer hasten durchs Gesträuch
In ihren goldnen Panzerröckchen,
Die Bienen hängen Zweig um Zweig
Sich an der Edelheide Glöckchen,
Die Vögel schwirren aus dem Kraut -
Die Luft ist voller Lerchenlaut.
Ein halbverfallen niedrig Haus
Steht einsam hier und sonnbeschienen;
Der Kätner lehnt zur Tür hinaus,
Behaglich blinzelnd nach den Bienen;
Sein Junge auf dem Stein davor
Schnitzt Pfeifen sich aus Kälberrohr.
Kaum zittert durch die Mittagsruh
Ein Schlag der Dorfuhr, der entfernten;
Dem Alten fällt die Wimper zu,
Er träumt von seinen Honigernten.
- Kein Klang der aufgeregten Zeit
Drang noch in diese Einsamkeit.

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