1. Die Niedersfelder Hochheide - eine einzigartige Kulturlandschaft

Sie befinden sich hier in einer ganz besonderen Landschaft: der Niedersfelder Hochheide, auch Neuer Hagen genannt. Mit rund 80 ha ist sie die größte zusammenhängende Bergheide Nordwestdeutschlands. 
Einmal im Jahr, im August, verwandelt sich diese weite, baumlose Gegend in ein lilafarbenes Paradies aus blühendem Heidekraut. Bei so viel Natur könnte man vielleicht meinen, dass die Niedersfelder Hochheide eine Naturlandschaft ist. Tatsächlich ist sie jedoch eine uralte, von Menschenhand geschaffene Kulturlandschaft. Denn die Niedersfelder Hochheide entstand aus einer im mittelalterlichen Sauerland weit verbreiteten Bewirtschaftungsweise: Man nutzte die einst bewaldete Gegend zum Holzeinschlag, als Viehweide und zum Plaggenhieb. „Plaggenhieb“ nennt man eine bestimmte Form der Düngergewinnung – wir hören später mehr davon! 
Ihre größte Ausdehnung erreichte die Heide um 1800. Doch schon ein Jahrhundert später war der lilafarbene Teppich durch Aufforstungen enorm geschrumpft. Heute ist nur noch ein Bruchteil der einstigen Heideflächen erhalten geblieben. 
In dieser malerischen Landschaft hat sich ein sensibles Ökosystem entwickelt. Hier finden viele vom Aussterben bedrohte Pflanzen und Tiere eine letzte Zufluchtsstätte. Daher wurde die Niedersfelder Hochheide auch zum europäischen Schutzgebiet mit dem etwas sperrigen Namen „FFH-Gebiet“ erklärt. „FFH“ steht dabei für „Flora“, „Fauna“ und „Habitat“, das bedeutet Pflanzen, Tiere und Lebensräume. Zusammen mit anderen FFH-Gebieten ist die Niedersfelder Hochheide Teil eines europaweiten Netzes von Schutzgebieten, das als „Natura 2000“ bezeichnet wird.
Der Audiopfad zeigt Ihnen in den nächsten zwei Stunden entlang von 10 Stationen die Schönheit und die Vielfalt der Niedersfelder Hochheide. Aber auch geheimnisvolle Spuren unserer Vorfahren gibt es zu entdecken. Und nun: Wir vom Rothaarsteigverein wünschen Ihnen viel Spaß beim Wandern durch dieses wunderschöne Natur- und Kulturerbe!

-