5. Die Buche - Königin der Wälder

Bestimmt kennen Sie Buchenwälder, in Deutschland sind Buchen ja nichts Außergewöhnliches. Global sieht das anders aus! Denn Rotbuchenwälder gibt es nur in Europa, wobei hier in Deutschland ein Verbreitungsschwerpunkt liegt. Wie aber sieht ein gut entwickelter, natürlicher Buchenwald aus ökologischer Sicht aus? 
Optimaler Weise ist ein Buchenwald sehr strukturreich. Es gibt Bäume aller Altersstufen und auch ausreichend Totholz. So bietet der Buchenwald vielen typischen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Im Schutz der alten Buchen wachsen junge Buchen heran. Der Wald verjüngt sich so selbst. 
Im Gegensatz zu anderen Baumarten wie der Eiche benötigt der Buchennachwuchs nur wenig Licht und kann zunächst gut im Schatten des dichten Kronendaches gedeihen. In einem reinen Buchenwald haben es andere Bäume und Sträucher deshalb sehr schwer. Welche Pflanzen hier dennoch gedeihen, ist abhängig von der Höhenlage und vom Boden. 
Im Sauerland ist der Boden größtenteils sehr verarmt. Aus dem geologischen Untergrund –meist Tonschiefer – haben sich saure, nährstoffarme Braunerden entwickelt. In dieser sauren Umgebung mag selbst ein Regenwurm kaum noch leben. Jeder, der zu Hause einen Komposthaufen hat weiß, dass Regenwürmer eine riesengroße Hilfe sind, um Blätter und anderes organisches Material zu zersetzen. Durch den Zersetzungsprozess werden schnell wieder Nährstoffe freigesetzt. Fehlen die Regenwürmer, verlangsamt sich die Zersetzung, und es gibt weniger Nährstoffe für die Pflanzen.
Mit den sauren, nährstoffarmen und sehr schattigen Verhältnissen kommen nur wenige Pflanzen zurecht. Richtig gut gedeihen hier daher nur echte Hungerkünstler wie Blaubeeren, Farne oder Gräser. Ein Gras, dass man häufig sieht, ist die Weiße Hainsimse, die dieser Waldgesellschaft übrigens auch ihren Namen gegeben hat: Hainsimsen – Buchenwald.

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