4. Wälder im Wandel

Schauen Sie sich einmal die Bäume hier genau an. Kennen Sie einige davon? 
Es herrscht nämlich ein buntes Durcheinander verschiedenster Arten. Ebereschen, Birken und Berg-Ahörner sind sogenannte Pionierbaumarten. Denn ihre Samen verbreiten sich rasch durch Wind oder Vögel, und so stehen sie häufig am Anfang der Waldentwicklung. Die Pionierbäume wachsen hier friedlich neben Fichten, Douglasien und sogar Lärchen. Hinzu kommen wichtige einheimische Baumarten: die Traubenkirsche, die Hain-Buche und vor allem die Rotbuche.
Natürlicherweise würden wir hier durch einen Buchenwald wandern. Denn die Rotbuche war die von Natur aus vorherrschende Baumart in den ehemals endlos weiten Laubwäldern Mitteleuropas. Vor rund 4000 Jahren waren noch fast zwei Drittel der heutigen Fläche Deutschlands mit Buchenwald bedeckt. 
Seitdem der Mensch sesshaft wurde, um Ackerbau und Viehzucht zu betreiben, rodete und nutzte er den Wald auf vielfältigste Weise. Er brauchte Holz für seine Häuser, Platz für seine Äcker. Das Vieh brauchte Futter, die Öfen brauchten Kohle. So nahm im Laufe der Zeit die Waldfläche immer weiter ab. Ende des 18. Jahrhunderts waren die Wälder aufgrund der intensiven Nutzung in einem so schlechten Zustand, dass eine regelrechte Holznot herrschte. 
Um dieser Holznot zu begegnen, führte man auf den ausgemergelten Böden großflächige Aufforstungen durch. Und so betrat ein schnellwüchsiger und anspruchsloser, aber leider nicht heimischer und schlecht an extreme Wetterereignisse angepasster Baum die Bühne – die Fichte. 
Heute ist  die Fichte mit 70 %igem Anteil die dominierende Baumart im Oberen Sauerland. Das könnte sich aber bald ändern. Spätestens seit im Jahr 2007 der gewaltige Orkan Kyrill im Sauerland wütete und vor allem in den Fichtenwäldern große Schäden anrichtete, ist klar, dass in Zukunft ein neuer Waldtyp gefragt ist – nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus ökonomischen Gründen!

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