3. Wie die Felsen entstanden

Werfen Sie einmal einen Blick auf diese Felswand– die Gesteinsschichten verlaufen fast senkrecht. Hat da etwa jemand mit schier unvorstellbarer Kraft das Gebirge gekippt? Wohl kaum. Um verstehen zu können, was hier passierte müssen wir weit in die Erdgeschichte zurückgehen: ins Erzeitalter Devon. 
Damals, vor etwa 400 Millionen Jahren, hätten wir hier wohl besser einen Taucheranzug getragen. Denn wir ständen mitten in einem riesigen Meer, das damals weite Teile Deutschlands bedeckte. Auf dem Meeresgrund lagerten sich im Laufe von Millionen Jahren dicke Sedimentschichten ab. Physikalisch-chemische Prozesse wandelten sie allmählich in Festgestein um. Aus Tonschlämmen wurde Tonstein, aus Sanden wurde Sandstein. 
Vor 300 Millionen Jahren – also ungefähr 100 Millionen Jahre später –sind wir im Erdzeitalter Perm angelangt. Damals begann die Erdkruste, sich zu bewegen. Dabei wurden enorme Kräfte frei. Die ehemals horizontal im Meer abgelagerten Schichten falteten sich, zerbrachen, wurden gegeneinander verschoben und herausgehoben. Daher verlaufen die Gesteinsschichten in der vor uns liegenden Felswand nicht waagerecht, sondern fast senkrecht. Damals entstand hier ein Gebirge, das mit den heutigen Alpen vergleichbar ist. Mit der sich erhebenden Landmasse zog sich das Meer zurück.
In den folgenden Jahrmillionen wurde dieses hoch aufragende Gebirge durch Sonne, Wind und Regen verwittert und immer weiter abgetragen, bis es schließlich ein flaches Rumpfgebirge war. Das heutige Relief des Sauerlands entstand später – seine Berge und Täler verdankt es dem Wasser. Dieser kraftvolle Landschaftsgestalter hat sich tief in das Gestein eingeschnitten und sogar so steile Kerbtäler und Schluchten wie hier im Schluchtwald Helle geschaffen. 
Übrigens, als die Erdkruste sich damals bewegte, entstand durch den extremen Druck auch der heute in den Ortschaften allgegenwärtige grau-schwarze Tonschiefer. Er gab dem Rheinischen Schiefergebirge, zu dem auch das Hochsauerland gehört, seinen Namen. 

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