2. Totholz - totes Holz?

Natürlicherweise können Buchen 300 bis maximal 500 Jahre alt werden. So alte Bäume gibt es in einem bewirtschafteten Wald nicht, dort wird bereits nach 120-160 Jahren gefällt. Dabei sind gerade alte und tote Bäume ein sehr wichtiger Bestandteil des Waldökosystems, sie bieten zahlreichen Organismen Lebensraum und Nahrung. In den Höhlen alter Baumstämme finden beispielsweise Brutvögel wie der Buntspecht Gelegenheit, zu nisten. Weniger auffallend, aber dafür umso zahlreicher ist das Heer an Insekten, wie Käfer, Ameisen und Asseln. Sie leben im und vom toten Holz. Für Vögel und andere Insektenfresser bedeutet dies eine stets gefüllte Speisekammer. Auch wenn Bäume bereits tot aussehen, stecken sie also voller Leben - lauschen Sie doch einmal hinein in einen abgestorbenen Holzstamm.
Da wird genagt, geschmatzt und geklopft. Doch würden Sie gerne auf Holz beißen? Nein? Dann geht es Ihnen genauso wie den meisten Insekten hier. Sie sind zunächst auf die Hilfe von Bakterien und Pilzen angewiesen. Diese bauen die Zellulose im Holz ab und lassen es dadurch weich werden. Stürzt ein abgestorbener Baum um, bleibt das Totholz durch die Nähe zum Boden meist sehr feucht. Ein optimaler Lebensraum für Pilze, aber auch für Moose und Flechten.
Nach den Bakterien und Pilzen starten die professionellen Holzzersetzer ihren Großangriff. Besonders zu erwähnen sind die zahlreichen Käferarten mit ihren stets hungrigen Larven. Da Totholz in meisten Wäldern kaum noch in ausreichenden Mengen vorkommt, gelten viele Käferarten als sehr gefährdet. 
Die Insekten im Totholz – beispielsweise ein kleines gefräßiges Tierchen mit dem seltsamen Namen Springschwanz – zerkleinern und verdauen das Holz bis in seine kleinsten mineralischen Bestandteile. Diese stehen anderen Pflanzen dann wieder als Nährstoffe zur Verfügung. So schließt sich der Kreislauf.

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