8. Frühjahrsblüher im Ahornwald

Wenn Sie bergauf in den Wald blicken, können Sie Felsbrocken sehen, die zwischen den Bäumen liegen. Sie nähern sich jetzt wieder der Basaltblockhalde des „Großen Steins“. 
Der Wald hier unterscheidet sich deutlich von den bis jetzt gesehenen Buchenwäldern. Hierher wurden Verwitterungsprodukte der Blockhalde angeschwemmt. Dadurch ist der Boden nicht sauer, sondern basisch. Das verbessert die Nährstoffversorgung. So kommt es, dass ringförmig um die Halde ein Edellaubholzwald mit Eschen und Ahorn gedeiht. Das ist eine in Nordrhein-Westfalen stark gefährdete Waldgesellschaft, die als FFH-Lebensraum geschützt wird. 
Besondere Beachtung verdient neben Berg-Ahorn und Esche auch die Krautschicht. Der Bereich zwischen den Basaltblöcken ist reich an Feinerde. Dort gedeihen anspruchsvolle Frühjahrspflanzen wie das Gelbe Windröschen oder der Lerchensporn, der einen rosa-weißen Blütenteppich hervorbringt. 
Frühjahrsblüher – mit dem Fachbegriff: „Frühjahrsgeophyten“ - haben sich eng an ihr Leben in Laubwäldern angepasst. Ganz früh im Jahr, bevor das Blätterdach der Bäume sich über ihnen schließt, treiben sie aus, blühen, fruchten und ziehen sich wieder ein. Die Blätter werden gelb, die darin befindlichen Nährstoffe werden in die Wurzel oder Zwiebel eingelagert. Oft erfolgt im Herbst ein weiteres Austreiben, um noch den vermehrten Lichteinfall nach dem Blattfall der Bäume zu nutzen. So kann die Pflanze Reservestoffe aufbauen, die zeitig im nächsten Frühjahr benötigt werden. Viele unserer Gartenpflanzen gehören zu den Frühjahrsgeophyten: Winterling, Krokusse, Schneeglöckchen, Märzenbecher und viele andere leben nach dem gleichen Rhythmus.
Dort, wo die Nährstoffversorgung des Bodens schlechter wird, wandelt sich der Eschen-Ahorn-Edelholzwald zu einem Waldmeister-Buchenwald. Sie können ihn erkennen an  Waldmeister, Goldnessel und Einblütigem. Je größer die Entfernung zur Blockhalde wird, desto mehr tritt dann wieder der Hainsimsen-Buchenwald in den Vordergrund. Er  bevorzugt ganz magere Böden. 

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