6. Die Straße - Segen und Fluch zugleich

Die Bundesstraße 54 verlief einst einige Kilometer von hier entfernt im Tal. Der Neubau im Jahr 1976  wurde durch ein bis dahin geschlossenes Waldgebiet geführt und geht nun entlang des Höhenzugs „Die Höh“.  Jeder von uns nutzt Straßen und andere Verkehrswege, und unsere Gesellschaft kommt ohne Verkehrswege nicht aus. Dabei sollten wir die negative Auswirkung unserer Infrastruktur auf die Natur nicht vergessen. In Deutschland entfallen auf 1.000 km2 Landesfläche rund 1.800 km Straße. 2005 konnte Nordrhein-Westfalen nur noch auf 4 % der Landesfläche verkehrsarme Räume aufweisen, die nicht von großen Straßen durchschnitten werden und eine Mindestgröße von 100 km2 haben. Dabei sind gerade großräumige, unzerschnittene Naturräume immens wichtig für die Natur. Eine wesentliche Ursache des Artenschwunds ist, dass unsere Landschaft zerschnitten, fragmentiert und zugelärmt wird. 
Ein Beispiel sind Vögel: Bei Untersuchungen hat sich herausgestellt, dass zahlreiche Vogelarten straßennahe Lebensräume meiden, weil sie empfindlich auf den Verkehrslärm reagieren. Wie laut Straßenverkehr ist, können Sie auf dem folgenden Streckenabschnitt feststellen. 
Für wandernde Arten, die zu Fuß gehen müssen, stellen Straßen und Schienenwege oftmals unüberwindbare Hindernisse dar. Denken Sie nur an die alljährliche Tötung von Tausenden Fröschen und Kröten auf den Laichwanderungen. Noch kleinere Tiere wie Käfer, Spinnen und Schnecken können schon schmale, wenig befahrene Straßen kaum überqueren. Und auch für größere Wildtiere wirken Straßen als Barriere. Denken Sie das nächste Mal daran, wenn Sie ein Schild „Wildwechsel“ am Straßenrand sehen – fahren Sie langsam und aufmerksam. Zum Wohl der Wildtiere – und in Ihrem eigenen Interesse!

-