3. Unterwegs im Buchenwald

Von Ihrem Standort aus sehen einen typischen Hainsimsen-Buchenwald. Hier herrscht die Rotbuche vor; ihr wissenschaftlicher Name lautet Fagus sylvatica. Das Hauptareal der Buchenwälder liegt im westlichen und südwestlichen Mitteleuropa. Daher kommt den Mitteleuropäern – also auch uns – die Verantwortung zu, diese Wälder zu erhalten. Buchenwälder sind ein Habitat – also ein Lebensraumtyp – der zu den europaweit geschützten FFH-Gebieten zählt. Sie erinnern sich: FFH steht für Flora, Fauna und Habitat. 
Die Rotbuche wächst überall da gut, wo der Boden nicht zu nass, nicht zu trocken, nicht zu kalt und nicht übermäßig nährstoffreich ist. Dort kann natürlicherweise keine andere mitteleuropäische Baumart mit ihr konkurrieren! Diese Erkenntnis zugrunde gelegt, würde – ohne den Menschen und seine Haustiere - die Vegetation hierzulande weitgehend aus einem mehr oder weniger geschlossenen Buchenwald bestehen. Stellenweise wären ihm je nach Standort andere Laubbaumarten beigemischt, Nadelbäume gäbe es in dieser Höhenlage nicht. Auch die Krautschicht am Boden eines Buchenwalds unterscheidet sich je nach Standort und dessen Bodenverhältnissen. Deshalb kann man Buchenwälder anhand der Krautschichten gliedern.  
Wie sieht die Krautschicht hier aus? Kennzeichnend für einen Hainsimsen-Buchenwald ist eine schüttere, stellenweise gar nicht vorhandene Krautschicht, die sich aus wenigen, säuretoleranten Pflanzen zusammensetzt. Da wäre die Weiße Hainsimse zu nennen, die dem Hainsimsen-Buchenwald ihren Namen gibt, außerdem die Drahtschmiele, aber auch Heidelbeere oder Frauenhaarmoos. 
Die Krautschicht mit ihren wenigen säuretoleranten Pflanzen weist darauf hin – der Boden hier ist sauer! Die typischen Gesteine im Untergrund des Siegerlandes sind rund 300 Millionen Jahre alt, sie stammen aus dem Unter-Devon. Damals war hier ein Meer, in dem sich Sande und Schlämme ablagerten. Sie wandelten sich im Laufe der Zeit zu Sandsteinen und Tonschiefern. Aus diesem basenarmen Silikatgestein entsteht eine basenarme Braunerde. Diese kann Säuren schlecht abpuffern. Wenn Säuren durch den Regen eingetragen werden oder durch die Pflanzen entstehen, ist die Bodenreaktion sauer. 
In saurem Boden sind Pflanzennährstoffe wie Stickstoff, Phosphor Kalium und Calcium schlechter verfügbar. Erschwerend für die Pflanzen der Krautschicht kommt hinzu, dass Buchenwälder oft als Hallenwälder wachsen, in denen nur wenig Licht bis zum Boden gelangt. Was bedeutet das für den eigenen Nachwuchs der Buchenwälder? Im Gegensatz zu vielen anderen Baumarten, wie z.B. der Eiche, benötigen die jungen Buchen nur wenig Licht; sie können gut im Schatten dichter Kronendächer gedeihen.
Im weiteren Verlauf der Wanderung werden wir sehen: Das Waldbild in der Nähe der basenreichen Blockhalde stellt sich völlig anders dar!

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