2. Strenger Schutz - Die Naturwaldzelle am großen Stein

Ist Ihnen das kleine grüne Schild mit dem Hinweis aufgefallen, es handle sich bei dem Wald um eine „Naturwaldzelle“? Was hat man sich darunter vorzustellen?
Zunächst einmal werden diese Waldbereiche nicht mehr genutzt: In Naturwaldzellen verzichtet man sowohl auf Holznutzung als auch auf Waldpflege. Abgestorbene oder umgefallene Bäume bleiben, wo sie sind. Das ist wohl das Augenscheinlichste. Aber viel wichtiger ist die Forschung, die auf diesen Flächen betrieben wird. Der Baumbestand wurde anfangs aufgenommen und sein Zustand festgehalten – beispielsweise das Alter der Bäume, ihr Stammdurchmesser und so weiter. Man hat Artenlisten der gesamten Vegetation erstellt, den Boden aufgegraben und Bodenprofile ermittelt. Außerdem chemische Analysen des Bodens erhoben, Klimadaten, Daten zur Wasserversorgung und vieles mehr. In gewissen Zeitabständen werden diese Untersuchungen nun wiederholt. Man will zum einen herausfinden, wie sich so ein Wald entwickelt und zum anderen, welche Waldformation sich dauerhaft einstellen wird. Diese Fragestellung ist besonders heutzutage – in der Zeit einer vom Menschen verursachten Klimaerwärmung – von großer Bedeutung. 
Die Forscher fragen sich: Welche Bäume kommen wohl am besten mit den sich verändernden Bedingungen zurecht? 
Auch aus Naturschutzsicht sind Naturwaldzellen interessant. Nur solche Waldgebiete werden zu Naturwaldzellen, die sowieso schon naturnah sind. Denn man möchte hier auch den Erhalt der Artenvielfalt möglichst wirksam unterstützen. Da Naturzellen weitgehend ungestört bleiben, stellen sie wichtige Refugien für Tier- und Pflanzenarten dar.
Die Idee zu solchen nutzungsfreien Wäldern kam in den 1930er Jahren auf. In die Tat umgesetzt wurde sie aber erst 1960 in Ostdeutschland und ab circa 1970 in Westdeutschland. Initiatoren waren die Forst- und Naturschutzverwaltungen. Naturwaldzellen sind – wenn Sie so wollen – die Urwälder von morgen. Das bedeutet auch, dass hier mal ein morscher Ast herabfallen kann. Seien Sie also besonders aufmerksam, wenn Sie sich die Naturwaldzelle etwas genauer anschauen möchten. Logisch: Das Betreten erfolgt hier auf eigene Gefahr.
Wenn Sie nun in östlicher Richtung zwischen den Bäumen hindurchspähen, können sie schon einen ersten Blick auf die Basaltkuppe erhaschen.

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