4. Die Ginsburg - ein geschichtsträchtiger Aussichtspunkt

Die Ginsburg ist eine Höhenburg. Im 13. Jahrhundert wurde sie ausgebaut, doch vermutlich ist sie viel älter. Einige Mauerreste stammen aus dem 11. Jahrhundert, und Bodenfunde weisen sogar einen vermutlich eisenzeitlichen Ringwall nach. Wahrscheinlich hat diese Grenzfestung die Besitzer öfter gewechselt, war mal kurkölnisch, mal sächsisch-westfälisch – meist jedoch naussauisch! 
Aus der nassauischen Zeit rührt, dass es sich bei der Ginsburg um eine deutsch-niederländische Gedenkstätte handelt. Denn Wilhelm I. von Oranien versammelte im Jahr 1568 im Bereich der Ginsberger Heide ein Heer. Es unterstützte den – letztlich siegreichen! – niederländischen Befreiungskrieg gegen die Spanier. Eine Ausstellung innerhalb des Turms erinnert daran. 
Heute ist von der Ginsburg nur noch eine Ruine übrig geblieben. Der imposante Turm wurde erst im Jahr 1968 wieder errichtet. Steigen Sie unbedingt hinauf – von der Aussichtsplattform bietet sich ein fantastischer Blick auf das Südsauerländer und das Siegerländer Bergland. Bei klarem Wetter reicht die Sicht bis zum rheinischen Siebengebirge oder bis zur Hohen Acht in der Eifel. Sie liegt 103 km südwestlich. 
Im Bereich der Burg hat man Mauerreste von Kernburg und Vorburg freigelegt und restauriert. In der Vorburg befanden sich meist die Wirtschaftsgebäude und Ställe. Achten Sie bei Ihrem Rundgang auf die spezielle Mauervegetation, die sich in manchen der alten Fugen angesiedelt hat. Mauern sind vom Menschen geschaffene künstliche Felsstandorte. Auf ihnen können manche ursprünglichen Felsbewohner wie Moose, Flechten und kleine Farne einen neuen Lebensraum finden. 

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