2. Von Nassweiden, Braunkehlchen und Wiesenpiepern

Von unserem Standort überschauen wir einen größeren Grünlandbereich. Direkt vor uns – im Bereich des Bichelbaches – liegen nasse Weiden. Die einzeln wachsenden Bäume sind Erlen. Weiter den Hang hinauf wird es trockener; dort liegen als Wiesen genutzte Flächen. Was der Unterschied zwischen Wiese und Weide ist? Der liegt in der Nutzung: Eine Weide wird von Vieh abgegrast; eine Wiese hingegen gemäht. 
Auf den Weiden vor uns brüten Braunkehlchen und Wiesenpieper. Man bezeichnet die beiden Vogelarten als Boden- oder Wiesenbrüter, weil sie ihre Nester nahe dem Boden bauen, versteckt in der Vegetation. Dies birgt natürlich Gefahren, vor allem, wenn das Grünland genutzt wird, bevor die Küken geschlüpft und flügge sind. Zwischen Mai und Juli wird daher im Schutzgebiet kein Vieh auf die Weiden getrieben. Auch die hangaufwärts liegenden Wiesen werden erst ab Juli gemäht. So wird den Vögeln ein ungestörtes Brüten ermöglicht. Nach der Roten Liste sind die Braunkehlchen „stark gefährdet“ und die Wiesenpieper eine „gefährdete“ Tierart. Die Rote Liste wird von der Weltnaturschutzunion herausgegeben. 
Wenn Sie im Frühsommer im Gebiet unterwegs sind, können Sie vielleicht Braunkehlchen auf Drähten, Zaunpfosten oder höheren Pflanzen sitzen sehen. Ihre Rufe klingen wie „tik tik“ oder „djü tik tik“:
Wiesenpieper fallen durch ihren kurzen Singflug auf, bei dem sie eilige „ist ist“ – Rufe hören lassen:

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