5. Am Nabel von Siegen-Wittgenstein

Dieser Felsblock markiert den Mittelpunkt des Kreises Siegen-Wittgenstein. An ihm vorbei sehen Sie das Edertal abwärts einen großen Grünlandbereich, die sogenannte Schwanche.
Es handelt sich zum großen Teil um nasses, mooriges Gelände, gegliedert durch Strauchweiden. Der gesamte Grünlandbereich gilt als per Gesetz geschütztes Biotop. Der Bachlauf und seine Hochstaudenflur am Ufer sind zudem als FFH-Gebiete geschützt, ebenfalls die Borstgrasrasen. 
Die Flurbezeichnung „Schwanche“ stammt aus der Zeit der Waldrodung und Waldverwüstung im 15. Jahrhundert.  „Swant“ ist ein mittelhochdeutscher Ausdruck für Waldrodung. Das Wort Rodung findet sich auch im Namen „Hohenroth“ und „Rothaargebirge“. Der Name Rothaargebirge hat gar nichts mit „roten Haaren“ zu tun sondern bedeutet in etwa „Gerodetes Waldgebirge“
Schon die Kelten hatten dem Wald zugesetzt, weil sie Holzkohle zum Eisenschmelzen benötigten. Durch die Jahrtausende wurde der Wald ausgebeutet: Man brauchte nicht nur Kohlholz, sondern nutzte ihn als Waldweide, rodete ihn, um Wiesen und Ackerflächen zu schaffen, holte sich Brennholz. Bauholz wurde benötigt – für Häuser, zum Sichern von Schächten und Gruben, zum Bau von Hammerhütten und für vieles mehr. Schließlich war der Hochwald fast gänzlich verschwunden, so dass von Amts wegen eingegriffen wurde.
Lange verfolgten Waldordnungen nur Jagdfrevel im landesherrlichen Jagdrevier. Die ersten darüber hinausgehenden Waldordnungen stammen aus dem 15. Jahrhundert. Es waren regelrechte Notverordnungen, um dem Wald wieder aufzuhelfen. Es gab die Anordnung, in jeder Gemarkung Siegen-Wittgensteins wieder Hochwald aufzuforsten, denn es fehlte an Bauholz und an Eichelmast für die Schweine.
Die wurden neben Rindern und anderen Nutztieren zur Futtersuche in den Wald getrieben, und sie hatten eine Vorliebe für Eicheln und deren Keimlinge. Es gab ein geflügeltes Wort: „Auf den Eichen wachsen die besten Schinken.“ 
Die Landschaft, wie sie sich uns heute darbietet, unterscheidet sich glücklicherweise wieder  stark von den früheren Verhältnissen. Der Kreis Siegen-Wittgenstein ist heute einer der waldreichsten Kreise Deutschlands! 

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