4. Das mystische Edermoor

Vom Steg aus haben Sie einen guten Blick in einen Moorwald. Der Steg hat schon seine Berechtigung, denn so können Sie trockenen Fußes im Moorwald stehen! Nur noch rund 800 ha   „Moorwald“ existieren in Nordrhein-Westfalen. Der Lebensraum gilt als stark gefährdet. Wie ist unser Moorwald hier entstanden? 
Das Quellgebiet der Eder weist ein kühles Klima und hohe Niederschläge auf. Dadurch  setzte hier vor ca. 3000 Jahren die Entwicklung zu einem Hangquellmoor ein. Reste abgestorbener Pflanzen wie zum Beispiel Seggen und Binsen sammelten sich in der wassergesättigten Umgebung an. Dort wurden sie unter Sauerstoffabschluss konserviert. Eine Torfdecke entwickelte sich. Mit der Zeit wurde sie bis zu einem Meter mächtig! 
Vor allem Torfmoose tragen zum Wachstum einer Torfdecke bei, denn sie wachsen an der Spitze immer weiter, während sie am anderen Ende absterben. Torfmoose führen aber auch zur Versauerung des Standortes, da sie aktiv Säuren abgeben. In saurem Boden sind Pflanzennährstoffe wie Stickstoff, Phosphor, Kalium und Calcium schlechter verfügbar. Nur die Moorbirke kommt noch mit diesen Unbilden klar. Sie bildet eine lückige Baumschicht mit nicht sehr standfesten Bäumen, die leicht umbrechen – daher kommt der Begriff „Bruchwald“! So werden Moorwälder auch genannt. Hier handelt es sich um einen Birkenbruchwald.
Die bodennahe Krautschicht besteht hier aus nässe- und säuretoleranten Arten, die im lichten Schatten gut gedeihen. Moose bilden dichte Polster. Im Frühling erscheinen die weißen Blüten des Siebensterns. Er ist ansonsten selten, bildet aber im Ederbruch einen großen Bestand. Verschiedene Farne, Waldschachtelhalm und Wald-Hainsimse sind ebenfalls zu finden.

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