3. Die Hauptquelle der Eder

Im Jahr 1991 hat man die Ederquelle aus ihrem Korsett befreit. In den 1970er Jahren hatte man sie nämlich in eine Fassung gezwängt. Eine solche Quellfassung ist das Aus für quelltypische Tiere und Pflanzen und mit dem heutigen Naturverständnis nicht vereinbar. Seit der Renaturierung finden sich nach und nach wieder die quelltypischen Organismen ein. Allerdings ist der Bereich einer Quelle sehr trittempfindlich.  Beispielsweise sitzen viele kleine Tiere unter den Steinen, und auch die typischen Pflanzen sind oft klein und zart. Zu ihnen zählt das Milzkraut, das hier an der beschatteten Waldquelle eigentlich dichte Polster bilden würde. 
Quellen sind ganz besondere Lebensräume. Zunächst einmal ist da die Wassertemperatur. Sie liegt in Mitteleuropa das ganze Jahr über bei etwa + 7 °C. Das heißt im Winter sind Quellen wärmer als die Umgebung und frieren deshalb nicht zu. Im Sommer ist das Wasser hingegen vergleichsweise kühl. Quellwasser ist sehr sauber und nährstoffarm. Zahlreiche Tiere sind an den Lebensraum angepasst. Hier finden sich winzige Quellschnecken, Erbsenmuscheln oder Strudelwürmer sowie Insektenlarven und kleine Krebstiere. 
Das Rothaargebirge ist reich an Quellen. Die Gesteine im Untergrund sind Grauwacke und Tonschiefer. Sie sind aus Sedimenten, also Ablagerungen entstanden und können nur wenig Wasser speichern. Es sammelt sich in Klüften und Spalten. Trifft dann eine Wasser führende Kluft auf eine undurchlässige Schicht, so versickert das Wasser nicht tiefer in den Boden. Es staut sich und kann als Quelle zu Tage treten. Meist handelt es sich im Rothaargebirge um  Sickerquellen: kleine sumpfige Stellen im Gelände, deren Wasser sich in kleinen Quellbächen sammelt. Da sich die Gesteinsschichten meist über weite Bereiche erstrecken, tritt das Grundwasser an mehreren Stellen zu Tage, gemeinsam bilden sie sogenannte Quellhorizonte. Das können Sie hier im Gebiet gut beobachten, denn auch die Eder hat mehrere Quellen. Diese hier, die Hauptquelle ist die höchstgelegene. 
Eine wichtige Voraussetzung für den Reichtum an Quellen im Rothaargebirge ist der reichliche Niederschlag. Es fällt mehr Regen und Schnee, als gleich wieder verdunstet. Und der Niederschlag ist über das ganze Jahr mehr oder weniger gleich verteilt, so dass die Bäche das ganze Jahr über Wasser führen. 

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