7. Ein Schatz im Waldboden

Vor sich sehen Sie eine ebene, halbrunde, eher unspektakuläre Fläche. Was es damit wohl auf sich hat? Gehen Sie doch einfach mal ein paar Schritte und kratzen mit dem Schuh den oberen Boden weg. Schon bald stoßen Sie auf eine Schicht kohlrabenschwarzer Erde. Wenn Sie Glück haben, finden Sie sogar kleine, schwarz glänzende Stückchen – bei näherer Betrachtung eindeutig Holzkohle. Sie sind die Überbleibsel von einem Kohlenmeiler, der hier vor vielleicht 200 Jahren gestanden hat.
Das Verkohlen von Holz, um Kohle zu gewinnen, war im Sauerland über Jahrhunderte ein sehr wichtiger Wirtschaftszweig. Dabei hing die Köhlereieng mit dem hiesigen Bergbau zusammen. Im Sauerland baute man neben Eisenerz Blei, Silber und Kupfer sogar Gold ab. Für das Schmelzen und Weiterverarbeitender Erze in Hütten und Hammerwerken benötigte man große Mengen Holzkohle. Um diese herzustellen, verbrannten die Köhler hier in der Gegend in einem speziellen Prozess Buchenholz. Man kann sich gut vorstellen, dass riesige Mengen Holz benötigt wurden. Diesen enormen Holzbedarf konnten selbst die ausgedehnten Wälder des Sauerlandes nicht decken - bereits Ende des 18. Jh. herrschte eine regelrechte Holznot.
Bis ins 19. Jahrhundert bleib das Sauerland eine überregional bedeutsame Bergbauregion. Dann begann die Hochzeit des Ruhrgebietes mit seinen leistungsfähigeren Hochöfen. Man betrieb sie mit Koks, ebenfalls einem Kohleprodukt, jedoch mit besonders hohem Kohlenstoffgehalt. Dieser Konkurrenz waren die saarländischen Eisenhütten nicht gewachsen und mussten weichen. Das bedeutete auch das Ende der Köhlerei.
Jemand, der die Tradition der Köhlerei noch heute am Leben hält, ist Horst Köhler. Er hat dieses alte Handwerk von seinem Vater gelernt und erklärt uns wie so ein Kohlenmeiler funktioniert: 
O-Ton Köhler: Wie man Kohle herstellt

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