2. Bergmähwiesen - Die Vielfalt des Lebens

Hören Sie es?
Im Sommer herrscht hier eine vibrierende Artenvielfalt. Besonders für Insekten wie Heuschrecken und Schmetterlinge ist eine Bergwiese ein kleines Paradies.  
Wenn Sie im Juni oder Juli etwas gold-orangenes mit einen lilafarbenem Schimmer auf der Wiese flattern sehen, dann haben Sie das Glück, einem Lilagold-Feuerfalter begegnet zu sein. Die Männchen dieser Schmetterlingsart fliegen im rasanten Zickzackflug durch ihr Revier – immer auf der Suche nach einem Weibchen. Noch ist der Lilagold-Feuerfaltereine echte Rarität im Raum Winterberg.
Aber was wäre ein Paradies ohne Goldstücke wie den Dukaten-Feuerfalter mit seiner leuchtenden, goldorangenen Färbung? Von Juli bis August ist er häufiger zu beobachten. Dieser typische Vertreter der Bergmähwiesen gilt in Deutschland als stark gefährdet. Hier auf den Bergwiesen im Raum Winterberg hat er eines seiner wichtigsten Rückzugsgebiete. Fachleute vermuten, dass der deutschlandweit drastische Rückgang der Dukaten-Feuerfalter mit der Klimaerwärmung zu tun haben könnte. Die ehemals auch in tieferen Regionen verbreitete Art konzentriert sich zunehmend auf die Hochlagen der Mittelgebirge. 
Das kühl-feuchte Klima der Hochlagen ist auch die Lebensgrundlage vieler Gräser und Kräuter, die für Bergwiesen typisch sind. Wussten Sie, dass die Winterberger Bergwiesen zu den artenreichsten Pflanzengesellschaften in Nordrhein-Westfalen gehören?
Früher waren bunt blühende Wiesen eine Selbstverständlichkeit – ganz nebenbei entstanden sie überall dort, wo Heu gemacht wurde. Durch das im Vergleich zu heute späte Mähen hatten Gräser und Kräuter Zeit zum Blühen und Ausreifen der Samen. 
So konnten sich die Wiesen selbst erhalten. Die Winterberger Bergwiesen bleiben aus Naturschutzgründen heute wieder bis Anfang Juli stehen. Deshalb strahlen hier auch heute noch viele Gräser und Kräuter mit der Sonne um die Wette – dazu gehören der Wiesen-Pippau, der Wiesenknopf, die Acker-Witwenblume und die Wiesen-Glockenblume.
Die Wiesen wurden gerade gemäht? Kein Problem! Auch am Wegesrand können Sie noch viele typische Kräuter und Gräser entdecken!

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