10. Die Rotbuche - Königin des Waldes

Vor sich sehen Sie einen naturnahen Buchenwald. Nachdem Sie bisher ausschließlich durch Fichtenwald gewandert sind, ist es vielleicht schwer vorstellbar, dass vor rund 4000 Jahren noch fast zwei Drittel der heutigen Fläche Deutschlands mit Buchenwald bedeckt war. Seitdem ist viel geschehen. Heute nehmen Buchenwälder nur noch rund fünf Prozent der Landesfläche ein.
Dabei ist die Buche von Natur aus eine echte Kämpferin. Unter den klimatischen Bedingungen Mitteleuropas stellt sie die konkurrenzstärkste Baumart dar. Solange die Standorte nicht zu nass oder trocken sind, fühlt sich die Buche auf den verschiedensten Untergründen wohl und setzt sich durch. Im Gegensatz zu vielen anderen Baumarten, wie z um Beispiel der Eiche, benötigt ihr Nachwuchs nur wenig Licht; er kann gut im Schatten dichter Kronendächer gedeihen. In einem reinen Buchenwald haben andere Bäume und Sträucher deshalb nur wenige Chancen. Trotz dieser einer Königin angemessenen Alleinherrschaft geben Buchenwälder unzähligen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. 
Für die verbliebenen Buchenwälder hat Deutschland eine ganz besondere Verantwortung. In Europa gibt es ausschließlich Rotbuchenwälder, wobei in Deutschland der Kernbereich des Verbreitungsgebietes liegt. Insbesondere großflächige zusammenhängende Rotbuchenwälder - wie ganz in der Nähe bei der Ortschaft Schanze - sind sehr selten. Daher wurden sie – ebenso wie die Bergmähwiesen – zum europäischen Schutzgebiet erklärt. Fünf herausragende alte Buchenwaldgebiete Deutschlands wurden sogar in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes aufgenommen! Dazu gehören beispielsweise die Buchenwälder im hessischen Nationalpark Kellerwald-Edersee. 

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