Probier doch mal!

Auf den Hochheiden Kahler Asten und Neuer Hagen bei Winterberg direkt am Rothaarsteig sind die Heidelbeeren reif.

Heidelbeeren sammeln
Heidelbeeren sammeln - © Ferienwelt Winterberg

Auf den Hochheiden Kahler Asten und Neuer Hagen direkt am Rothaarsteig zeigt sich der erste Hauch von Lila: Ein spektakuläres Naturschauspiel bahnt sich an, wenn die bizarre Landschaft auf dem „Dach des Sauerlandes“ einem endlosen, violetten Teppich gleicht. Dazwischen hängen verführerisch, prall und leuchtend blau Heidelbeeren.

Und die Saison verspricht reiche Ernte. Zum Glück haben die Spätfröste im Mai den Heidelbeeren nichts anhaben können. Rund um den Kahlen Asten und auf der Niedersfelder Hochheide wachsen die feinen Früchtchen an vielen Stellen geradezu üppig. Jeder darf sich bedienen - da kann die Aussicht auf köstliche Kuchen, Smoothies & Co. durchaus mal Sammelleidenschaft entfachen. Wild gewachsene Heidelbeeren sind nämlich wunderbar aromatisch und schlagen die gezüchteten Sorten aus dem Supermarkt um Längen. Herrlich ist, die tief blauen Perlen der Natur gleich vor Ort zu verspeisen. Naschen ohne Limit ist erlaubt.

Für den Körper ist der Genuss von Heidelbeeren eine wahre Wohltat. Die runden „Gesundheitswunder“ sind nicht nur reich an Vitaminen und Mineralstoffen: Der Pflanzenfarbstoff Anthocyane soll freie Radikale abfangen, vielen Krankheiten entgegenwirken und sogar Falten vorbeugen - ein kostenloses Beauty-Mittel also. Bei der Ernte sind derartig erfreuliche Effekte aber meist eher Nebensache. Da überwiegt einfach die Freude, das Eimerchen oder Körbchen bis zum Rand zu füllen.

Um das empfindliche Gleichgewicht der unter Naturschutz stehenden Hochheide nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen, dürfen Sammler die Beeren lediglich von Hand und für den Eigenbedarf pflücken. Nicht gestattet sind das Kämmen der Zwergsträucher und die Ernte zu kommerziellen Zwecken.

Hochheide Kahler Asten:
Bergbauern trieben in früheren Jahren ihre Kühe, Ziegen und Schafe auf den Berg. Die ständige Beweidung der Humusschicht verhinderte das Nachwachsen des Rotbuchenbestandes, sodass in Verbindung mit dem immer regelmäßigen Plaggen der obersten Bodenschicht für landwirtschaftliche Zwecke die Heide im Laufe der Zeit die Bergkuppe eroberte. So erhielt der Kahle Asten seinen Namen. Die rund 840 Meter hoch gelegene Hochheide besteht vornehmlich aus Heidelbeere, Heidekraut und Drahtschmiele. Vereinzelt sind auch Moose, Gräser, Flechten sowie wenige Blütenpflanzen, wilde Küchenkräuter, Vogelbeeren, Zitterpappeln, Grauweidenbüsche und Birken zu entdecken. Zahlreiche Wanderwege führen über die landschaftlich reizvolle Fläche. Seit 1965 steht die Heide auf dem Kahlen Asten unter Naturschutz.

Hochheide Neuer Hagen:
Die rund 800 Meter hoch gelegene Hochheide bei Winterberg-Niedersfeld ist das größte zusammenhängende Hochheidegebiet Nodwest-Deutschlands. Auch sie ist im Laufe der Jahrhunderte durch Menscheneinwirkung entstanden. Für ihren Erhalt setzen sich die Biologische Station Hochsauerlandkreis und viele ortsansässige Bürger ein. Die Beweidung durch eine Schafherde verhindert die Wiederbewaldung der ökologisch wertvollen Fläche durch Gehölzanflug. Seit 1955 steht die Heide unter Naturschutz.

(Quelle: Ferienwelt Winterberg)

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